Was ist die VBL?
Die VBL – Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder – ist die größte Zusatzversorgungseinrichtung im öffentlichen Dienst. Wenn du als Erzieherin im TVöD arbeitest, bist du automatisch pflichtversichert (§25 TVöD). Du musst dafür nichts beantragen — dein Arbeitgeber meldet dich an.
Das Prinzip: Du bekommst im Alter eine Betriebsrente obendrauf auf deine gesetzliche Rente. Dein Arbeitgeber zahlt den Großteil, du einen kleinen Eigenanteil. Zusammen ergibt das eine Zusatzrente, die deine Altersversorgung spürbar aufbessert.
Bei kommunalen Kitas heißt die Kasse meist ZVK (kommunale Zusatzversorgungskasse). Das Prinzip ist gleich, die Sätze legt jede Kasse selbst fest.
VBLklassik (Pflichtversicherung)
Automatisch für alle TVöD-Beschäftigten. Dein Arbeitgeber zahlt den Großteil, du 1,81 % deines Bruttogehalts (1,41 % Umlage + 0,40 % Zusatzbeitrag). Daraus entsteht deine Zusatzrente.
VBLextra (Freiwillige Versicherung)
Optional: Du kannst freiwillig per Entgeltumwandlung zusätzlich einzahlen. Steuervorteil + Arbeitgeberzuschuss (15 %). Aber: niedrige Rendite und unflexibel.
Wartezeit 5 Jahre
Erst nach 60 Beitragsmonaten hast du einen Rentenanspruch. Bei Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes wird weiter eingezahlt.
Wie viel zahlst du ein?
Die VBL wird gemeinsam von dir und deinem Arbeitgeber finanziert. Der Gesamtbeitrag beträgt 7,30 % inkl. zusätzlichem AN-Beitrag deines Bruttogehalts (Abrechnungsverband West). Davon trägst du nur einen kleinen Teil:
| West | Ost | |
|---|---|---|
| Gesamtbeitrag | 7,30 % | 5,06 % |
| Davon Arbeitnehmer | 1,81 % | 2,00 % |
| Davon Arbeitgeber | 5,49 % | 3,06 % (inkl. 1,06 % reine AG-Umlage) |
📊 Rechenbeispiel: Erzieherin, TVöD S8a Stufe 3, 3.977 € brutto (West)
| Dein Eigenanteil (1,81 %) | rund 72 €/Monat |
|---|---|
| Arbeitgeber-Anteil (5,49 %) | rund 218 €/Monat |
| Gesamt in die VBL | rund 290 €/Monat |
| Dein Anteil am Gesamtbeitrag | nur ~25 % |
Du zahlst 72 € im Monat — dein Arbeitgeber legt 218 € obendrauf. Das ist ein massiver Hebel: Für jeden Euro, den du einzahlst, kommen rund 3 Euro vom Arbeitgeber dazu.
Andere Stufe? Der VBL-Eigenanteil sind immer 1,81 % vom Brutto — mit unserem TVöD-SuE-Rechner für deine Eingruppierung siehst du dein konkretes Brutto und kannst die 1,81 % direkt abschätzen.
Wie viel Geld steht dir zu?
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Wie viel Zusatzrente bekommst du?
Die Höhe deiner VBL-Rente hängt von deinem Gehalt und deinen Dienstjahren ab. Je länger du einzahlst und je höher dein Gehalt, desto mehr bekommst du. Hier Richtwerte:
| Dienstjahre im TVöD | Entgeltgruppe | Geschätzte VBL-Rente (brutto/Monat) |
|---|---|---|
| 30 Jahre | S8a, Vollzeit | rund 850–900 € |
| 40 Jahre | S8a, Vollzeit | rund 1.050–1.080 € |
Rechnung mit heutigen Gehältern (S 8a ab 25 Jahren, SuE-Zulage, Jahressonderzahlung), in Teilzeit anteilig weniger. Diese Werte sind Richtwerte — deine tatsächliche Rente hängt von vielen Faktoren ab. Für eine individuelle Berechnung nutze den Betriebsrentenrechner auf vbl.de oder frag uns im Erstgespräch.
Wichtig: Die VBL-Rente ist eine BRUTTOrente. Davon gehen noch Steuern und Kranken-/Pflegeversicherung ab (siehe Abschnitt Besteuerung).
VBL + gesetzliche Rente — wie viel hast du im Alter?
Die entscheidende Frage: Reicht die Kombination aus gesetzlicher Rente und VBL?
📊 Gesamtrechnung: Erzieherin, S8a, 40 Jahre TVöD, Rentenbeginn 67
| Gesetzliche Rente | rund 1.500–1.700 € |
|---|---|
| VBL-Zusatzrente | rund 1.050–1.080 € |
| Gesamt brutto | ca. 2.550–2.780 € |
| Abzüge (Steuern + KV/PV, geschätzt) | ca. –630–720 € |
| Gesamt netto | ca. 1.920–2.060 € |
| Letztes Netto, S8a Stufe 6 (zum Vergleich) | ca. 3.030 € |
| Lücke | ca. 970–1.110 €/Monat |
Selbst mit 40 Jahren Dienst und VBL-Rente bleibt eine Lücke von 970–1.110 € zum letzten Netto. Das ist kein Grund zur Panik — aber ein klarer Grund, zusätzlich privat vorzusorgen. Ein ETF-Sparplan, das neue Altersvorsorgedepot (ab 2027) oder Riester (mit Kindern) können diese Lücke schließen.
Wie wird die VBL-Rente versteuert?
Die Besteuerung der VBL-Rente ist kompliziert — aber du musst die Grundlogik kennen:
VBLklassik (Pflicht)
Der Teil aus steuerfreien Arbeitgeber-Umlagen wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert (ca. 18 % bei Rentenbeginn mit 65). Der Teil aus individuell versteuerten Beiträgen wird voll besteuert. In der Praxis: Mischbesteuerung.
VBLextra (Entgeltumwandlung)
Wer in der Ansparphase Steuervorteile genutzt hat, zahlt im Alter voll nach — nachgelagerte Besteuerung auf 100 % der Rente.
Kranken- und Pflegeversicherung
Auf die VBL-Rente zahlst du rund 17,5 % KV (nach Freibetrag 197,75 €) plus 3,6–4,2 % PV. Das wird gerne vergessen.
💡 Praxis: Von 400 € VBL-Rente brutto gehen rund 50–52 € KV/PV ab (KV nur auf den Teil über 197,75 €), dazu kommt Steuer. Die genaue Höhe hängt von deinem gesamten Einkommen im Alter ab.
VBLextra — lohnt sich freiwilliges Aufstocken?
Neben der Pflichtversicherung (VBLklassik) kannst du freiwillig zusätzlich einzahlen — über die VBLextra per Entgeltumwandlung. Das funktioniert ähnlich wie die betriebliche Altersvorsorge über andere Durchführungswege.
✓ Pro
- Beiträge bis 4.056 €/Jahr steuer- und SV-frei (2026)
- Arbeitgeberzuschuss: Mindestens 15 % auf deinen umgewandelten Betrag
- Einfach: Läuft automatisch über die Gehaltsabrechnung
✗ Contra
- Niedrige Rendite: VBLextra ist ein Garantieprodukt — typisch 1–2 % Rendite
- Unflexibel: Geld ist bis zur Rente gebunden
- Reduziert deine gesetzliche Rente und dein Krankengeld (weil die Entgeltumwandlung das SV-pflichtige Brutto senkt)
- Nachgelagerte Besteuerung: Im Alter wird die volle Rente versteuert
💡 Unsere Einschätzung: Für die meisten Erzieherinnen ist ein ETF-Sparplan (flexibel, 6–8 % Rendite) oder ab 2027 das Altersvorsorgedepot (staatliche Förderung + ETF-Rendite) die bessere Wahl für freiwillige Zusatzvorsorge. VBLextra lohnt sich nur, wenn dein Arbeitgeber deutlich mehr als die gesetzlichen 15 % zuschießt.
5 Dinge, die du über deine VBL wissen solltest
Du bist automatisch versichert
Als TVöD-Beschäftigte musst du nichts beantragen. Aber prüfe deinen jährlichen Versicherungsnachweis (kommt per Post von der VBL).
Wartezeit 5 Jahre
Erst nach 60 Beitragsmonaten hast du einen Rentenanspruch. Wer vorher den öffentlichen Dienst verlässt, bekommt unter Umständen keine VBL-Rente.
Jobwechsel innerhalb des öD: Kein Problem
Die VBL läuft weiter, solange dein neuer Arbeitgeber auch bei der VBL (oder einer kommunalen ZVK) versichert.
Wechsel in die Privatwirtschaft
Dein bisheriger VBL-Anspruch bleibt beitragsfrei bestehen, wächst aber nicht mehr. Die Wartezeit muss erfüllt sein.
Hinterbliebenenversorgung
Im Todesfall bekommen Ehepartner und Kinder eine Hinterbliebenenrente aus der VBL.
Fazit: Solider Baustein — aber nicht genug
Die VBL ist ein wertvoller Baustein deiner Altersvorsorge — du bekommst eine Zusatzrente, für die dein Arbeitgeber den Großteil bezahlt. Aber: Selbst mit gesetzlicher Rente und VBL zusammen bleibt eine Lücke von 970–1.110 € zum letzten Netto. Die VBL allein reicht nicht.
- Die VBL läuft automatisch — du musst nur deinen jährlichen Versicherungsnachweis prüfen und sicherstellen, dass die Beiträge stimmen
- Für jeden Euro, den du einzahlst, legt dein Arbeitgeber rund 3 Euro drauf — diesen Hebel gibt es nirgendwo sonst
- Die Rentenlücke von 970–1.110 € schließt du mit privatem Vermögensaufbau: ETF-Sparplan, Altersvorsorgedepot (ab 2027) oder Riester (mit Kindern)
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