Diese Seite ist für angehende Erzieher:innen (in Ausbildung, Studium oder vor dem Berufseinstieg). Stehst du schon im Beruf und suchst VWL, Riester, bAV-Zuschuss & Co.? → Hier geht es zu den Förderungen für berufstätige Erzieher.
Aufstiegs-BAföG (AFBG) — das Kerninstrument für Aufstiegsfortbildungen
Aufstiegs-BAföG (auch „Meister-BAföG" genannt) ist die wichtigste staatliche Förderung für Aufstiegsfortbildungen nach einer ersten Berufsausbildung. Für Erzieher:innen relevant sind etwa Fortbildungen zur Heilpädagog:in, Sozialwirt:in, Fachwirt:in im Erziehungswesen oder Fachwirt:in für Kita-Management.
Wichtig: Die Erstausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin wird nicht über Aufstiegs-BAföG gefördert — dafür kommen Schüler-BAföG (Vollzeit-Schule), PiA-Vergütung oder Bildungsgutschein in Frage.
Sobald du im Beruf angekommen bist, ändert sich das Förderspektrum komplett — siehe dazu unsere Förderungen für berufstätige Erzieher:innen.
Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit
Der Bildungsgutschein nach SGB III ist die zentrale Förderung für Quereinsteiger:innen ins Erzieher-Feld. Die Bundesagentur für Arbeit (oder das Jobcenter) übernimmt damit die Kosten für eine Umschulung oder Weiterbildung — inklusive Lebensunterhalt während der Maßnahme.
Die exakten Prämien-Beträge werden gesetzlich angepasst — im Zweifel direkt bei der Arbeitsagentur erfragen.
Wie viel Geld steht dir zu?
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PiA-Vergütung & Anerkennungspraktikum
Bei der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) zur Erzieherin bist du von Anfang an in einer Kita oder einem Träger angestellt und bekommst eine monatliche Vergütung — drei Jahre lang, in Vollzeit. Damit ist PiA das einzige Modell, bei dem du während der Erzieher-Ausbildung kein klassisches BAföG brauchst.
Bei der klassischen Vollzeit-Schulausbildung (zwei bis drei Jahre an einer Fachschule, ohne Praxisvergütung) kommt Schüler-BAföG bzw. elternunabhängiges BAföG in Frage. Wenn du dich auf den Berufseinstieg nach der Ausbildung vorbereitest, hilft dir unser Berufseinstiegs-Ratgeber weiter — inklusive erstem TVöD-Brutto, das du mit dem TVöD-SuE-Rechner durchspielen kannst.
KfW-Aufstiegsstipendium und KfW-Studienkredit
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bietet zwei Programme, die für angehende Erzieher:innen mit weiterführenden Qualifikationszielen interessant sind:
- KfW-Aufstiegsstipendium: begabungsabhängiger monatlicher Zuschuss für ein erstes Studium nach einer Berufsausbildung (z. B. Kindheitspädagogik B.A.).
- KfW-Studienkredit: zinsgünstig, einkommensunabhängig, bis ca. 650 €/Monat — als Ergänzung sinnvoll, wenn andere Förderungen ausgeschöpft sind.
Antragstellung direkt bei der KfW oder über die Bildungseinrichtung. Konkrete Konditionen jährlich neu prüfen — die KfW passt Zinssätze und Maximalbeträge regelmäßig an.
Landesprogramme & Bundes-Fachkräfteoffensive
Wegen des akuten Erzieher:innen-Mangels haben Bund und Länder eine ganze Reihe von Sonderprogrammen aufgelegt — meist mit Schwerpunkt Quereinstieg, vergütete Ausbildung oder Ausbildungsabschluss-Boni:
- Bundes-Fachkräfteoffensive Soziale Berufe: Förderung praxisintegrierter Ausbildungsmodelle und Qualifizierung beruflich Quereinsteigender über konkrete Träger.
- Bayern — Meisterbonus: einmalig 3.000 € nach erfolgreichem Erzieher-Abschluss an einer staatlich anerkannten Fachakademie. Antrag meist nicht nötig — die Schule meldet dich automatisch.
- NRW — OBAS und PiA-Modelle: vergütete praxisintegrierte Ausbildung über Träger, oft mit zusätzlichen Übernahmegarantien.
- Baden-Württemberg: PiA-Modelle in Trägerschaft Stadt oder freier Träger, ergänzt durch Landeszuschüsse für Schulgeldfreiheit an privaten Fachschulen.
Disclaimer: Landesprogramme ändern sich jährlich. Im Zweifel das zuständige Landesministerium oder das Landeskita-Portal deines Bundeslands prüfen — wir aktualisieren die Übersicht regelmäßig, garantieren aber keine Tagesaktualität jeder Einzelmaßnahme.
Stipendien für angehende Erzieher:innen
Stipendien sind in der Erzieher-Ausbildung unterrepräsentiert — dabei sind sie vor allem für studierende Kindheitspädagog:innen oder Aufstiegsfortbildungen oft die beste Förderquelle, weil sie nicht zurückgezahlt werden müssen.
- Begabtenförderungswerke: Deutschland kennt 13 vom Bund anerkannte Begabtenförderungswerke (parteinahe und konfessionelle Stiftungen wie Studienstiftung, Hans-Böckler, KAS, FES, Cusanuswerk, Avicenna u. a.). Bewerbung über gute Noten, soziales Engagement oder Empfehlung.
- Kirchliche Träger-Stipendien: Caritas und Diakonie bieten an ihren eigenen Fachschulen Stipendien und reduziertes Schulgeld für Auszubildende, die nach dem Abschluss bei einem kirchlichen Träger einsteigen wollen.
- Stipendien für Studiengänge: Wer Kindheitspädagogik (B.A.) oder Soziale Arbeit studiert, hat Zugriff auf das volle Spektrum klassischer Studienstipendien — inklusive Deutschlandstipendium (300 €/Monat).
Nach der Ausbildung: Was kommt als Nächstes?
Sobald du im Beruf bist, ändern sich die verfügbaren Förderungen komplett — VWL, Riester-Zulagen, Wohnungsbauprämie und der gesetzliche bAV-Arbeitgeberzuschuss von 15 % werden dann zu deinen wichtigsten Hebeln. Die komplette Übersicht findest du in unserem Ratgeber Förderungen für berufstätige Erzieher:innen. Den Berufseinstieg planst du am besten Schritt für Schritt mit unserem Berufseinstiegs-Ratgeber für Erzieher:innen.
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