Auf den Punkt
Ab 01.05.2026 steigen die TVöD-SuE-Tabellenentgelte um +2,8 %. Für eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 sind das ~221 € mehr brutto pro Monat (3.756 → 3.977 €). Plus: verkürzte Stufenlaufzeiten und höhere Schicht-/Wechselschichtzulagen. Erste Lohnauszahlung mit neuem Tarif: Fr 29.05.2026. Die Jahressonderzahlung berechnet sich aus Juli/August/September — also mit voller Erhöhung. Was netto bleibt: rund 120 € mehr pro Monat seit April 2025, davon rund 50–60 € durch die Erhöhung im Mai 2026 (Steuerklasse 1, Vollzeit, ohne Kirchensteuer).
Die Tarifrunde 2025/2026 auf einen Blick
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst (TVöD) betreffen rund 330.000 Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (Quelle: ver.di/VKA) – ein Großteil davon Erzieherinnen, Kinderpfleger und leitende Fachkräfte. Das Ergebnis der Tarifeinigung vom April 2025 im Überblick:
→ Wann kommt das erste erhöhte Gehalt? 29. Mai 2026
| Was | Wann | Wie viel |
|---|---|---|
| Gehaltserhöhung Schritt 1 | Ab 1. April 2025 | +3,0 %, mindestens +110 €/Monat |
| Gehaltserhöhung Schritt 2 | Ab 1. Mai 2026 | +2,8 % |
| Laufzeit des Tarifvertrags | 27 Monate | Bis 31. März 2027 |
| Schichtarbeitszulage | Ab 1. Juli 2025 | 100 €/Monat |
| Wechselschichtarbeitszulage | Ab 1. Juli 2025 | 200 €/Monat |
Wichtig: Die Mindesterhöhung von 110 € greift vor allem bei den unteren Entgeltgruppen und Stufen. Wer wenig verdient, profitiert prozentual am stärksten – das ist bewusst so gewollt.
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Zum TVöD SuE GehaltsrechnerWas bedeutet das konkret für Erzieher? Beispielrechnungen
Die abstrakte Prozentzahl hilft wenig – du willst wissen, was auf deiner Gehaltsabrechnung steht. Hier die konkreten Auswirkungen für typische Erzieher-Situationen. Wenn du dein neues Mai-Gehalt berechnen willst, gehst du am schnellsten direkt über den Rechner — Stufe und Entgeltgruppe sind dort vorbelegt.
| Position | EG / Stufe | vor Apr. 2025 | ab Apr. 2025 | ab Mai 2026 | Gesamtplus |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinsteigerin | S 8a / Stufe 1 | ca. 3.303 € | ca. 3.413 € | ca. 3.509 € | +206 €/Mon. |
| Erzieherin m. Erfahrung | S 8a / Stufe 3 | ca. 3.756 € | ca. 3.869 € | ca. 3.977 € | +221 €/Mon. |
| Erzieherin Endstufe | S 8a / Stufe 6 | ca. 4.410 € | ca. 4.542 € | ca. 4.669 € | +259 €/Mon. |
| Sozialarbeiterin | S 11b / Stufe 2 | ca. 3.949 € | ca. 4.067 € | ca. 4.181 € | +232 €/Mon. |
| Kita-Leitung (mittel) | S 13 / Stufe 4 | ca. 4.642 € | ca. 4.781 € | ca. 4.915 € | +273 €/Mon. |
| Kinderpflegerin | S 4 / Stufe 5 | ca. 3.737 € | ca. 3.848 € | ca. 3.956 € | +219 €/Mon. |
Auf den ersten Blick sehen 206–273 € mehr brutto beeindruckend aus. Aber wie viel davon kommt wirklich bei dir an? Das hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Teilzeitanteil und Freibeträgen ab.
Gesamtrechnung über 27 Monate: Für eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 summiert sich das Gehaltsplus auf rund 3.900 € brutto über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags. Das ist keine Kleinigkeit.
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Brutto ist nicht Netto – was wirklich auf dem Konto landet
Die bittere Wahrheit: Von den 221 € brutto mehr (Beispiel S 8a Stufe 3) bleiben nach Steuern und Sozialabgaben deutlich weniger übrig. Hier eine realistische Netto-Schätzung (Steuerklasse I, kinderlos, ohne Kirchensteuer, Zusatzbeitrag 2,9 %, mit SuE-Zulage, beide Erhöhungen seit April 2025):
| Szenario | Brutto-Plus | Geschätztes Netto-Plus |
|---|---|---|
| S 8a Stufe 1, Vollzeit | +206 € brutto | rund +113 € netto |
| S 8a Stufe 3, Vollzeit | +221 € brutto | rund +119 € netto |
Die Netto-Erhöhung liegt also bei rund 120 € im Monat (seit April 2025, S 8a, Steuerklasse I). Klingt weniger beeindruckend als das Brutto – und genau deshalb ist es so wichtig, gleichzeitig an den anderen Stellschrauben zu drehen: Steuerklasse, Werbungskosten, Förderungen und Zuschüsse. Denn 120 € mehr Netto durch Tariferhöhung plus 80 € durch optimierte Steuer und Förderungen – das läppert sich.
Verkürzte Stufenlaufzeiten – schneller mehr Gehalt
Eine Änderung, die viele übersehen haben: Seit dem 1. Oktober 2024 gelten im SuE verkürzte Stufenlaufzeiten. Das bedeutet, du steigst schneller in die nächste Gehaltsstufe auf.
| Stufe | Laufzeit ALT (bis Sep. 2024) | Laufzeit NEU (ab Okt. 2024) |
|---|---|---|
| Stufe 2 → 3 | 3 Jahre | 2 Jahre |
| Stufe 3 → 4 | 4 Jahre | 3 Jahre |
| Stufe 4 → 5 | 4 Jahre | 4 Jahre (unverändert) |
| Stufe 5 → 6 | 5 Jahre | 5 Jahre (unverändert) |
Konkret heißt das: Wer 2024 in Stufe 2 war, erreicht Stufe 3 jetzt ein Jahr früher als unter den alten Regeln. Das sind je nach Entgeltgruppe 100–200 € mehr brutto pro Monat – und das ein ganzes Jahr eher. Über ein Berufsleben gerechnet kann das einen fünfstelligen Unterschied machen.
Neue Zulagen: Schichtarbeit und Wechselschicht
Ab dem 1. Juli 2025 gibt es zwei neue bzw. erhöhte Zulagen:
Schichtarbeitszulage
100 €
pro Monat
Für Beschäftigte mit regelmäßiger Schichtarbeit (z.B. Früh- und Spätdienst in Hort oder Ganztag)
Wechselschichtarbeitszulage
200 €
pro Monat
Für Beschäftigte mit regelmäßiger Wechselschichtarbeit (z.B. Tag- und Nachtschicht in stationären Einrichtungen, Wohngruppen)
Ob du Anspruch hast, hängt von deiner konkreten Arbeitszeit-Regelung ab. Nicht jeder Frühdienst in der Kita zählt automatisch als "Schichtarbeit" im tariflichen Sinne. Im Zweifel lohnt sich ein Blick in deinen Dienstplan und Arbeitsvertrag – oder du fragst uns im Erstgespräch.
Sonderzahlung in freie Tage umwandeln – lohnt sich das?
Neu im Tarifergebnis: Beschäftigte im SuE können künftig einen Teil ihrer Jahressonderzahlung (umgangssprachlich "Weihnachtsgeld") in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln.
Das klingt verlockend – weniger Geld, aber mehr Erholung. Ob es sich für dich lohnt, hängt von deiner Situation ab:
✓ Pro – Freizeit wählen
- Mehr Erholung in einem ohnehin belastenden Beruf
- Regenerationstage reichen vielen nicht aus (nur 2 pro Jahr)
- Jeder freie Tag hat einen "gefühlten Wert", der höher sein kann als der Geldwert
✗ Contra – Geld behalten
- Weniger Geld auf dem Konto – bei ohnehin moderatem Gehalt
- Die Jahressonderzahlung beeinflusst dein Elterngeld, wenn du in Elternzeit gehst
- Steuerlich kann die Sonderzahlung günstiger sein als der Tagessatz
Unsere Empfehlung: Rechne es durch, bevor du dich entscheidest. Besonders wenn Elternzeit in den nächsten 1–2 Jahren ansteht, kann die Umwandlung nachteilig sein. Wir helfen dir gerne bei der Kalkulation.
Ausnahme: Beschäftigte in Heimen und Krankenhäusern können die Umwandlungsoption nicht nutzen. Für sie gelten gesonderte Regelungen mit erhöhter Jahressonderzahlung.
5 Dinge, die du jetzt tun solltest
Die Tariferhöhung kommt automatisch – aber das Beste daraus machen musst du selbst. Hier sind fünf konkrete Schritte:
Gehaltsabrechnung prüfen
Kontrolliere ab April 2025 (und nochmal ab Mai 2026), ob die Erhöhung korrekt umgesetzt wurde. Fehler passieren – besonders bei Teilzeitkräften und Stufenaufstiegen.
Stufenaufstieg prüfen
Durch die verkürzten Laufzeiten könnte dein nächster Stufenaufstieg früher kommen als gedacht. Frag in der Personalabteilung nach, wann dein nächster Aufstieg ansteht.
Steuerklasse optimieren
Mehr Brutto heißt auch mehr Steuern. Prüfe, ob deine Steuerklassenkombination (bei Paaren) noch optimal ist – besonders wenn sich euer Einkommensverhältnis geändert hat. Wie du deine Steuerklasse optimieren kannst, erfährst du in unserem Ratgeber.
Gehaltsplus sinnvoll nutzen
Statt die rund 120 € mehr netto einfach "versickern" zu lassen – überleg, ob du damit einen ETF-Sparplan startest, deine BU aufstockst, mit bAV per Entgeltumwandlung ergänzt oder Vermögenswirksame Leistungen beantragst. Auch ein Blick über die VBL-Zusatzrente lohnt sich, weil sie sich ebenfalls am neuen Brutto orientiert. Automatisiertes Sparen mit dem Gehaltsplus ist der smarteste Move.
Förderungen checken
Durch die Gehaltserhöhung ändern sich möglicherweise deine Ansprüche auf staatliche Förderungen (Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie). Unser Zuschuss-Check zeigt dir in 2 Minuten, was dir zusteht.
Fazit: Mehr Gehalt ist gut – aber nicht genug
Die Tariferhöhung 2025/2026 ist ein spürbarer Schritt nach vorne: Zwischen 206 € und 273 € mehr brutto pro Monat, verkürzte Stufenlaufzeiten und neue Zulagen. Das ist verdient – und trotzdem nicht genug, um die Herausforderungen des Erzieherberufs allein auszugleichen.
Netto kommen rund 120 € mehr an (S 8a, Steuerklasse I). Wer dieses Plus strategisch einsetzt – in Vorsorge, Förderoptimierung und Steuerplanung – kann den Effekt verdoppeln. Prüfe zum Beispiel, welche Werbungskosten du absetzen kannst – das bringt oft nochmal 500–800 € im Jahr.
Mehr Netto aus deinem TVöD-Gehalt holen?
Die Tariferhöhung ist nur ein Puzzleteil. Finde heraus welche Zuschüsse du zusätzlich bekommst.
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