Steuern & Netto

    TVöD SuE 2026: Was die neue Gehaltstabelle für dich bedeutet

    Aktualisiert: März 2026Zuletzt aktualisiert: 10.06.20266 Min. Lesezeit

    Neue Tarifrunde, neue Zahlen: Ab April 2025 gibt es 3 % mehr Gehalt, ab Mai 2026 nochmal 2,8 %. Dazu kommen höhere Schichtzulagen, verkürzte Stufenlaufzeiten und die Möglichkeit, Sonderzahlungen in freie Tage umzuwandeln. Wir erklären dir, was sich konkret für dein Netto ändert – und was du jetzt tun solltest.

    Kevin Klimper – Gründer & Finanzberater
    Autor
    Kevin Klimper
    Gründer & FinanzberaterGeprüft am 10.06.2026

    Auf den Punkt

    Ab 01.05.2026 steigen die TVöD-SuE-Tabellenentgelte um +2,8 %. Für eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 sind das ~221 € mehr brutto pro Monat (3.756 → 3.977 €). Plus: verkürzte Stufenlaufzeiten und höhere Schicht-/Wechselschichtzulagen. Erste Lohnauszahlung mit neuem Tarif: Fr 29.05.2026. Die Jahressonderzahlung berechnet sich aus Juli/August/September — also mit voller Erhöhung. Was netto bleibt: typisch 130–145 € mehr pro Monat (Steuerklasse 1, Vollzeit, ohne Kirchensteuer).

    Die Tarifrunde 2025/2026 auf einen Blick

    Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst (TVöD) betreffen rund 330.000 Beschäftigte im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (Quelle: ver.di/VKA) – ein Großteil davon Erzieherinnen, Kinderpfleger und leitende Fachkräfte. Das Ergebnis der Tarifeinigung vom April 2025 im Überblick:

    Wann kommt das erste erhöhte Gehalt? 29. Mai 2026

    WasWannWie viel
    Gehaltserhöhung Schritt 1Ab 1. April 2025+3,0 %, mindestens +110 €/Monat
    Gehaltserhöhung Schritt 2Ab 1. Mai 2026+2,8 %
    Laufzeit des Tarifvertrags27 MonateBis 31. März 2027
    SchichtarbeitszulageAb 1. Juli 2025100 €/Monat
    WechselschichtarbeitszulageAb 1. Juli 2025200 €/Monat

    Wichtig: Die Mindesterhöhung von 110 € greift vor allem bei den unteren Entgeltgruppen und Stufen. Wer wenig verdient, profitiert prozentual am stärksten – das ist bewusst so gewollt.

    🧮 Was verdienst du genau?

    Berechne dein individuelles Bruttogehalt mit unserem interaktiven Rechner – mit Entgeltgruppe, Stufe und allen Zulagen.

    Zum TVöD SuE Gehaltsrechner

    Was bedeutet das konkret für Erzieher? Beispielrechnungen

    Die abstrakte Prozentzahl hilft wenig – du willst wissen, was auf deiner Gehaltsabrechnung steht. Hier die konkreten Auswirkungen für typische Erzieher-Situationen. Wenn du dein neues Mai-Gehalt berechnen willst, gehst du am schnellsten direkt über den Rechner — Stufe und Entgeltgruppe sind dort vorbelegt.

    PositionEG / Stufevor Apr. 2025ab Apr. 2025ab Mai 2026Gesamtplus
    BerufseinsteigerinS 8a / Stufe 1ca. 3.303 €ca. 3.413 €ca. 3.509 €+206 €/Mon.
    Erzieherin m. ErfahrungS 8a / Stufe 3ca. 3.756 €ca. 3.869 €ca. 3.977 €+221 €/Mon.
    Erzieherin EndstufeS 8a / Stufe 6ca. 4.410 €ca. 4.542 €ca. 4.669 €+259 €/Mon.
    SozialarbeiterinS 11b / Stufe 2ca. 3.949 €ca. 4.067 €ca. 4.181 €+232 €/Mon.
    Kita-Leitung (mittel)S 13 / Stufe 4ca. 4.642 €ca. 4.781 €ca. 4.915 €+273 €/Mon.
    KinderpflegerinS 4 / Stufe 5ca. 3.737 €ca. 3.848 €ca. 3.956 €+219 €/Mon.

    Auf den ersten Blick sehen 206–273 € mehr brutto beeindruckend aus. Aber wie viel davon kommt wirklich bei dir an? Das hängt von Steuerklasse, Kirchensteuer, Teilzeitanteil und Freibeträgen ab.

    Gesamtrechnung über 27 Monate: Für eine Erzieherin in S 8a Stufe 3 summiert sich das Gehaltsplus auf rund 3.900 € brutto über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrags. Das ist keine Kleinigkeit.

    Wie viel Geld steht dir zu?

    Die meisten Erzieher:innen lassen über 1.000 €/Jahr an Förderungen liegen. Finde es in 2 Minuten heraus.

    Kostenlos checken →

    ⭐ 4,9/5 · 1.500+ Fachkräfte · 2 Minuten

    Brutto ist nicht Netto – was wirklich auf dem Konto landet

    Die bittere Wahrheit: Von den 221 € brutto mehr (Beispiel S 8a Stufe 3) bleiben nach Steuern und Sozialabgaben deutlich weniger übrig. Hier eine realistische Netto-Schätzung:

    SzenarioBrutto-PlusGeschätztes Netto-Plus
    Steuerklasse 1, ledig, Vollzeit+221 € bruttoca. +130–145 € netto
    Steuerklasse 3, verheiratet, Vollzeit+221 € bruttoca. +145–160 € netto
    Steuerklasse 5, verheiratet, Teilzeit 30h+170 € brutto (anteilig)ca. +100–110 € netto
    Steuerklasse 1, ledig, Teilzeit 25h+142 € brutto (anteilig)ca. +85–95 € netto

    Die Netto-Erhöhung liegt also realistisch zwischen 85 € und 160 € im Monat. Klingt weniger beeindruckend als das Brutto – und genau deshalb ist es so wichtig, gleichzeitig an den anderen Stellschrauben zu drehen: Steuerklasse, Werbungskosten, Förderungen und Zuschüsse. Denn 100 € mehr Netto durch Tariferhöhung plus 80 € durch optimierte Steuer und Förderungen – das läppert sich.

    Verkürzte Stufenlaufzeiten – schneller mehr Gehalt

    Eine Änderung, die viele übersehen haben: Seit dem 1. Oktober 2024 gelten im SuE verkürzte Stufenlaufzeiten. Das bedeutet, du steigst schneller in die nächste Gehaltsstufe auf.

    StufeLaufzeit ALT (bis Sep. 2024)Laufzeit NEU (ab Okt. 2024)
    Stufe 2 → 33 Jahre2 Jahre
    Stufe 3 → 44 Jahre3 Jahre
    Stufe 4 → 54 Jahre4 Jahre (unverändert)
    Stufe 5 → 65 Jahre5 Jahre (unverändert)

    Konkret heißt das: Wer 2024 in Stufe 2 war, erreicht Stufe 3 jetzt ein Jahr früher als unter den alten Regeln. Das sind je nach Entgeltgruppe 100–200 € mehr brutto pro Monat – und das ein ganzes Jahr eher. Über ein Berufsleben gerechnet kann das einen fünfstelligen Unterschied machen.

    Neue Zulagen: Schichtarbeit und Wechselschicht

    Ab dem 1. Juli 2025 gibt es zwei neue bzw. erhöhte Zulagen:

    Schichtarbeitszulage

    100 €

    pro Monat

    Für Beschäftigte mit regelmäßiger Schichtarbeit (z.B. Früh- und Spätdienst in Hort oder Ganztag)

    Wechselschichtarbeitszulage

    200 €

    pro Monat

    Für Beschäftigte mit regelmäßiger Wechselschichtarbeit (z.B. Tag- und Nachtschicht in stationären Einrichtungen, Wohngruppen)

    Ob du Anspruch hast, hängt von deiner konkreten Arbeitszeit-Regelung ab. Nicht jeder Frühdienst in der Kita zählt automatisch als "Schichtarbeit" im tariflichen Sinne. Im Zweifel lohnt sich ein Blick in deinen Dienstplan und Arbeitsvertrag – oder du fragst uns im Erstgespräch.

    Sonderzahlung in freie Tage umwandeln – lohnt sich das?

    Neu im Tarifergebnis: Beschäftigte im SuE können künftig einen Teil ihrer Jahressonderzahlung (umgangssprachlich "Weihnachtsgeld") in bis zu drei zusätzliche freie Tage umwandeln.

    Das klingt verlockend – weniger Geld, aber mehr Erholung. Ob es sich für dich lohnt, hängt von deiner Situation ab:

    ✓ Pro – Freizeit wählen

    • Mehr Erholung in einem ohnehin belastenden Beruf
    • Regenerationstage reichen vielen nicht aus (nur 2 pro Jahr)
    • Jeder freie Tag hat einen "gefühlten Wert", der höher sein kann als der Geldwert

    ✗ Contra – Geld behalten

    • Weniger Geld auf dem Konto – bei ohnehin moderatem Gehalt
    • Die Jahressonderzahlung beeinflusst dein Elterngeld, wenn du in Elternzeit gehst
    • Steuerlich kann die Sonderzahlung günstiger sein als der Tagessatz

    Unsere Empfehlung: Rechne es durch, bevor du dich entscheidest. Besonders wenn Elternzeit in den nächsten 1–2 Jahren ansteht, kann die Umwandlung nachteilig sein. Wir helfen dir gerne bei der Kalkulation.

    Ausnahme: Beschäftigte in Heimen und Krankenhäusern können die Umwandlungsoption nicht nutzen. Für sie gelten gesonderte Regelungen mit erhöhter Jahressonderzahlung.

    5 Dinge, die du jetzt tun solltest

    Die Tariferhöhung kommt automatisch – aber das Beste daraus machen musst du selbst. Hier sind fünf konkrete Schritte:

    1. 1

      Gehaltsabrechnung prüfen

      Kontrolliere ab April 2025 (und nochmal ab Mai 2026), ob die Erhöhung korrekt umgesetzt wurde. Fehler passieren – besonders bei Teilzeitkräften und Stufenaufstiegen.

    2. 2

      Stufenaufstieg prüfen

      Durch die verkürzten Laufzeiten könnte dein nächster Stufenaufstieg früher kommen als gedacht. Frag in der Personalabteilung nach, wann dein nächster Aufstieg ansteht.

    3. 3

      Steuerklasse optimieren

      Mehr Brutto heißt auch mehr Steuern. Prüfe, ob deine Steuerklassenkombination (bei Paaren) noch optimal ist – besonders wenn sich euer Einkommensverhältnis geändert hat. Wie du deine Steuerklasse optimieren kannst, erfährst du in unserem Ratgeber.

    4. 4

      Gehaltsplus sinnvoll nutzen

      Statt die 135 € mehr netto einfach "versickern" zu lassen – überleg, ob du damit einen ETF-Sparplan startest, deine BU aufstockst, mit bAV per Entgeltumwandlung ergänzt oder Vermögenswirksame Leistungen beantragst. Auch ein Blick über die VBL-Zusatzrente lohnt sich, weil sie sich ebenfalls am neuen Brutto orientiert. Automatisiertes Sparen mit dem Gehaltsplus ist der smarteste Move.

    5. 5

      Förderungen checken

      Durch die Gehaltserhöhung ändern sich möglicherweise deine Ansprüche auf staatliche Förderungen (Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie). Unser Zuschuss-Check zeigt dir in 2 Minuten, was dir zusteht.

    Fazit: Mehr Gehalt ist gut – aber nicht genug

    Die Tariferhöhung 2025/2026 ist ein spürbarer Schritt nach vorne: Zwischen 206 € und 273 € mehr brutto pro Monat, verkürzte Stufenlaufzeiten und neue Zulagen. Das ist verdient – und trotzdem nicht genug, um die Herausforderungen des Erzieherberufs allein auszugleichen.

    Netto kommen je nach Situation 85–160 € mehr an. Wer dieses Plus strategisch einsetzt – in Vorsorge, Förderoptimierung und Steuerplanung – kann den Effekt verdoppeln. Prüfe zum Beispiel, welche Werbungskosten du absetzen kannst – das bringt oft nochmal 500–800 € im Jahr.

    Mehr Netto aus deinem TVöD-Gehalt holen?

    Die Tariferhöhung ist nur ein Puzzleteil. Finde heraus welche Zuschüsse du zusätzlich bekommst.

    ⭐ 5,0/5 ProvenExpert · Kostenlos · Unverbindlich

    Häufige Fragen

    Wie viel mehr Gehalt bekommen Erzieher durch die Tarifrunde 2025/2026?

    Wie viel bleibt netto von der Gehaltserhöhung übrig?

    Was sind die verkürzten Stufenlaufzeiten im SuE?

    Kann ich mein Weihnachtsgeld in freie Tage umwandeln?

    Wer bekommt die neue Schichtarbeitszulage?

    Mehr Netto aus deinem TVöD-Gehalt holen?

    Tariferhöhung + Förderoptimierung + Steuerplanung = echter Unterschied. Finde heraus, welche Zuschüsse du noch nicht nutzt.

    30 Minuten · Digital · Du entscheidest frei