Auf den Punkt
Deine Entgeltgruppe im TVöD SuE richtet sich nach deiner tatsächlich ausgeübten Tätigkeit: Kinderpfleger:innen mit staatlicher Anerkennung S 3 (mit schwierigen Tätigkeiten S 4), Erzieher:innen mit staatlicher Anerkennung S 8a (mit besonders schwierigen Tätigkeiten S 8b), Kita-Leitungen je nach Platzzahl S 9 bis S 18. Innerhalb der Gruppe steigst du über 6 Erfahrungsstufen auf — bis Stufe 6 nach insgesamt 15 Jahren. Bei einer Einstellung zählt einschlägige Berufserfahrung: ab 1 Jahr startest du in Stufe 2, ab 3 Jahren in der Regel in Stufe 3. Was das in Euro heißt, zeigt dir der TVöD-SuE-Rechner.
So funktioniert dein TVöD-SuE-Gehalt: Gruppe × Stufe
Dein Tabellenentgelt ergibt sich aus zwei Koordinaten: der Entgeltgruppe (S 2 bis S 18 — sie richtet sich nach deiner Tätigkeit) und der Stufe (1 bis 6 — sie richtet sich nach deiner Erfahrung). Wichtig: Die Eingruppierung folgt der sogenannten Tarifautomatik. Es zählt nicht, was im Arbeitsvertrag steht oder welchen Titel du trägst, sondern welche Tätigkeit dir tatsächlich übertragen wurde.
Ein Beispiel mit den Werten ab 01.05.2026: Eine Erzieherin in S 8a verdient in Stufe 1 3.509 € brutto, in Stufe 6 sind es 4.669 € — plus 130 € SuE-Zulage obendrauf. Dein konkretes Brutto und Netto rechnest du mit dem TVöD-SuE-Rechner aus.
🧮 Was verdienst du genau?
Berechne dein Brutto- und Netto-Gehalt mit Entgeltgruppe, Stufe und allen Zulagen.
Zum TVöD SuE GehaltsrechnerEingruppierung: Welche Entgeltgruppe für welche Tätigkeit?
Die wichtigsten Fallgruppen aus der Entgeltordnung (VKA) im Überblick:
| Entgeltgruppe | Typische Tätigkeit |
|---|---|
| S 2 | Tätigkeit von Kinderpfleger:innen, Sozialassistent:innen oder Heilerziehungspflegehelfer:innen (ohne staatliche Anerkennung) |
| S 3 | Kinderpfleger:innen, Sozialassistent:innen, Heilerziehungspflegehelfer:innen mit staatlicher Anerkennung |
| S 4 | wie S 3 mit schwierigen fachlichen Tätigkeiten — oder: Tätigkeit von Erzieher:innen ohne staatliche Anerkennung |
| S 8a | Erzieher:innen, Heilerziehungspfleger:innen mit staatlicher Anerkennung (die Standard-Gruppe für Erzieher:innen) |
| S 8b | Erzieher:innen mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten (Details unten) |
| S 9 | u. a. Erzieher:innen mit fachlich koordinierenden Aufgaben (für mind. 3 Beschäftigte ab S 8b), Heilpädagog:innen, Kita-Leitungen kleiner Einrichtungen, ständige Vertretung der Leitung ab 40 Plätzen |
| S 11a | ständige Vertretung der Leitung von Kitas für Menschen mit Behinderung |
| S 11b | Sozialarbeiter:innen / Sozialpädagog:innen mit staatlicher Anerkennung |
| S 12 | wie S 11b mit schwierigen Tätigkeiten (z. B. Schulsozialarbeit, Suchtberatung) |
| S 13–S 18 | Kita-Leitungen und ständige Vertretungen nach Durchschnittsbelegung (Tabelle im nächsten Abschnitt) |
Hinweis: Entscheidend sind die Fallgruppen und Protokollerklärungen der Entgeltordnung (VKA). Im Zweifel zählt die tatsächlich übertragene Tätigkeit — nicht die Stellenbezeichnung.
S 8a oder S 8b? Der Unterschied ist vierstellig
Mit den Tabellenwerten ab 01.05.2026 liegt S 8b in Stufe 3 um 115 €/Monat über S 8a (4.092 € statt 3.977 €) — in Stufe 6 sind es 522 €/Monat (5.191 € statt 4.669 €). Aufs Jahr gerechnet je nach Stufe 1.400 bis über 6.000 € brutto.
Als „besonders schwierige fachliche Tätigkeiten" gelten laut Protokollerklärung Nr. 6 zum Beispiel:
- ✓Arbeit in Integrationsgruppen mit mindestens einem Drittel Kinder mit Behinderung
- ✓Gruppen mit mindestens 15 % Kindern/Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf
- ✓Tätigkeit als Facherzieher:in mit abgeschlossener Fort-/Weiterbildung von mindestens 160 Stunden
- ✓Bestellung zur Kinderschutzfachkraft („insoweit erfahrene Fachkraft" nach § 8a SGB VIII)
- ✓fachliche Koordination von mindestens 4 Beschäftigten ab Entgeltgruppe S 8a
- ✓Tätigkeiten in Jugendzentren / Häusern der offenen Tür
Praxis-Tipp: Erfüllst du eines dieser Merkmale dauerhaft, prüfe deine Eingruppierung — viele Erzieher:innen mit Integrationsgruppen-Erfahrung stehen fälschlich in S 8a.
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Kita-Leitung & Stellvertretung: Eingruppierung nach Platzzahl
Maßgeblich ist die Durchschnittsbelegung des Vorjahres (vergebene, gleichzeitig belegbare Plätze).
| Durchschnittsbelegung | Leitung | Ständige Vertretung |
|---|---|---|
| unter 40 Plätze | S 9 | — |
| ab 40 Plätze | S 13 | S 9 |
| ab 70 Plätze | S 15 | S 13 |
| ab 100 Plätze | S 16 | S 15 |
| ab 130 Plätze | S 17 | S 16 |
| ab 180 Plätze | S 18 | S 17 |
Wichtige Schutzregeln aus Protokollerklärung Nr. 9: Eine Unterschreitung bis 7,5 % führt nicht zur Herabgruppierung; bei mehr als 7,5 % erst, wenn die Platzzahl drei Jahre in Folge unterschritten wird. Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Kinder/Jugendliche mit wesentlichen Erziehungsschwierigkeiten sind jeweils höher eingruppiert.
Geld-Beispiel ab 01.05.2026: Eine Leitung mit 75 Plätzen (S 15) verdient in Stufe 4 5.034 € brutto, eine Leitung ab 180 Plätzen erreicht in S 18 Stufe 6 bis zu 6.963 €.
Die 6 Stufen: Laufzeiten seit Oktober 2024 verkürzt
Seit dem 01.10.2024 sind die Laufzeiten in den Stufen 2→3 und 3→4 um je ein Jahr verkürzt (SuE-Tarifabschluss 2022) — du erreichst höhere Stufen heute schneller.
| Aufstieg | Wartezeit | Insgesamt ab Einstieg |
|---|---|---|
| Stufe 1 → 2 | 1 Jahr | nach 1 Jahr |
| Stufe 2 → 3 | 2 Jahre (vorher 3) | nach 3 Jahren |
| Stufe 3 → 4 | 3 Jahre (vorher 4) | nach 6 Jahren |
| Stufe 4 → 5 | 4 Jahre | nach 10 Jahren |
| Stufe 5 → 6 | 5 Jahre | nach 15 Jahren |
Was das wert ist, am Beispiel S 8a (Werte ab 01.05.2026): Stufe 1: 3.509 € → Stufe 2: 3.738 € → Stufe 3: 3.977 € → Stufe 4: 4.207 € → Stufe 5: 4.432 € → Stufe 6: 4.669 €.
Stufenzuordnung bei Einstellung: Hier wird Geld verschenkt
Bei einer Neueinstellung gilt § 16 TVöD-VKA: Mit mindestens 1 Jahr einschlägiger Berufserfahrung startest du in Stufe 2, mit mindestens 3 Jahren in der Regel in Stufe 3. „Einschlägig" heißt: Die frühere Tätigkeit entspricht der neuen (z. B. Erzieherin in einer anderen Kita). Der Unterschied ist erheblich: S 8a Stufe 1 vs. Stufe 3 sind 468 €/Monat.
Drei Verhandlungs-Hebel vor der Vertragsunterschrift:
- Berufserfahrung lückenlos nachweisen (Arbeitszeugnisse!) — die Stufenzuordnung ist kein Entgegenkommen, sondern Tarifrecht.
- Vorweggewährung: Zur Personalgewinnung kann der Arbeitgeber bis zu 2 Stufen zusätzlich vorweg gewähren (§ 16 Abs. 5 TVöD-VKA) — danach fragen kostet nichts, besonders in Regionen mit Fachkräftemangel.
- Beim Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes: prüfen, ob die erreichte Stufe (teilweise) mitgenommen werden kann.
Zulagen: Was zusätzlich zum Tabellenentgelt kommt
- ✓SuE-Zulage: 130 €/Monat (S 2–S 11a) bzw. 180 €/Monat (S 11b–S 15) — automatisch
- ✓Praxisanleitungs-Zulage: 70 €/Monat, wenn du Auszubildende mit mindestens 15 % deiner Arbeitszeit anleitest (S 8a, S 8b, S 9, S 11a)
- ✓Heimzulage: 100 €/Monat in bestimmten stationären Einrichtungen / Wohngruppen
- ✓Regenerationstage: 2 zusätzliche Tage pro Jahr
Falsch eingruppiert oder falsche Stufe? So gehst du vor
- Stellenbeschreibung und tatsächliche Tätigkeit abgleichen (Tarifautomatik: maßgeblich ist, was du wirklich machst).
- Ansprüche schriftlich beim Arbeitgeber geltend machen — Achtung: § 37 TVöD, Ansprüche verfallen nach 6 Monaten (rückwirkend gibt es maximal 6 Monate).
- Personalrat bzw. Gewerkschaft einbinden, bei Leitungsfragen die Durchschnittsbelegung des Vorjahres dokumentieren.
- Netto-Effekt einer Korrektur vorab im TVöD-SuE-Rechner durchspielen.
