Auf den Punkt
Die wichtigste Zulage im TVöD SuE ist die SuE-Zulage: 130 € im Monat in S 2 bis S 11a und 180 € in S 11b, S 12 sowie S 14 oder S 15 bei Tätigkeiten der Fallgruppe 6. In S 13 und ab S 16 gibt es sie gar nicht. Sie ist ein fester Eurobetrag, wurde von der Tariferhöhung zum 1. Mai 2026 also nicht angehoben, wird in Teilzeit anteilig gezahlt und erhöht deine Jahressonderzahlung. Dazu kommen zwei Regenerationstage, Zeitzuschläge nach § 8 TVöD und, je nach Dienstplan, eine Schichtzulage von 100 €.
Alle Zulagen im Überblick
Der TVöD kennt für den Sozial- und Erziehungsdienst deutlich mehr Zulagen, als am Ende auf einer Kita-Abrechnung stehen. Der Grund: Viele Regelungen stammen aus der stationären Jugendhilfe oder aus Schichtbetrieben. Diese Tabelle zeigt dir, was 2026 gilt und wie realistisch die jeweilige Zulage für dich ist.
| Zulage | Höhe 2026 | Relevant in der Kita? |
|---|---|---|
| SuE-Zulage | 130 € (S 2 bis S 11a) / 180 € (S 11b, S 12, S 14, S 15 FG 6) | Ja, außer in S 13 und ab S 16 |
| Zeitzuschläge (§ 8 TVöD) | 20 bis 135 % je Stunde | Ja, bei Rand- und Feiertagsdiensten |
| Schichtzulage | 100 €/Monat oder 0,59 €/Stunde | Möglich bei langen Öffnungszeiten |
| Wechselschichtzulage | 200 €/Monat oder 1,18 €/Stunde | Praktisch nie |
| Praxisanleiter-Zulage | 70 €/Monat | Ja, bei übertragener Anleitung |
| Persönliche Zulage (§ 14 TVöD) | Differenz zur höheren Entgeltgruppe | Ja, bei Vertretung |
| Wohnzulage (früher Heimzulage) | 100 €, 50 € oder 65 €/Monat | Nein, nur in besonderen Wohnformen |
| Erschwerniszuschlag (§ 19 TVöD) | landesbezirklich geregelt | Praktisch nein |
Stand: August 2026, TVöD im Bereich der kommunalen Arbeitgeber (VKA). Grundlage ist die Lesefassung des TVöD (AT und BT-V), Stand 1. Januar 2026.
Welche Entgeltgruppe für dich gilt und wann du in die nächste Stufe rutschst, klären wir ausführlich im Ratgeber zur Eingruppierung und den Stufen im TVöD SuE.
Die SuE-Zulage: 130 € oder 180 € im Monat
Die SuE-Zulage stammt aus der Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst von 2022 und wird zusätzlich zum Tabellenentgelt gezahlt. Sie beträgt 130 € monatlich in den Entgeltgruppen S 2 bis S 11a. 180 € gibt es in S 11b und S 12 sowie in S 14 oder S 15 bei Tätigkeiten der Fallgruppe 6. Als staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher liegst du meist in S 8a, für dich gelten also die 130 €.
Wichtig für Leitungen: In S 13 sowie in S 16, S 17 und S 18 gibt es gar keine SuE-Zulage. Das trifft vor allem Leitungen größerer Einrichtungen. Wenn du dort eingruppiert bist und die Zulage auf deiner Abrechnung fehlt, ist das kein Fehler der Personalabteilung.
Fester Betrag
Die Zulage ist statisch. Die Tariferhöhung um 2,8 Prozent zum 1. Mai 2026 hat nur das Tabellenentgelt angehoben, nicht die Zulage.
Teilzeit anteilig
Nach § 24 Abs. 2 TVöD wird sie im Verhältnis deiner Arbeitszeit gezahlt. Bei 30 von 39 Stunden sind es 100 € statt 130 €.
Wirkt auf die Sonderzahlung
Sie zählt zum Durchschnittsentgelt aus Juli, August und September und erhöht damit deine Jahressonderzahlung.
Rechenbeispiel: was die SuE-Zulage im Jahr wirklich bringt (S 8a, Vollzeit)
| SuE-Zulage pro Monat | 130,00 € |
| 12 Monate | 1.560,00 € |
| Effekt in der Jahressonderzahlung (85 %) | 110,50 € |
| Summe pro Jahr | 1.670,50 € |
Der Effekt auf die Sonderzahlung wird oft übersehen. Wie sich die Jahressonderzahlung insgesamt zusammensetzt, rechnen wir im Ratgeber zur Jahressonderzahlung durch.
Prüfe auf deiner Abrechnung, ob die Zulage als eigene Position auftaucht. Fehlt sie, obwohl du nach dem Abschnitt für den Sozial- und Erziehungsdienst eingruppiert bist, lohnt eine Nachfrage in der Personalabteilung. Ansprüche aus dem TVöD verfallen nach § 37 TVöD, wenn du sie nicht innerhalb von sechs Monaten nach Fälligkeit in Textform geltend machst.
Regenerationstage und Umwandlungstage
Zum Entlastungspaket im Sozial- und Erziehungsdienst gehören zwei Bausteine, die häufig verwechselt werden. Regenerationstage bekommst du zusätzlich, Umwandlungstage bezahlst du selbst.
2 Regenerationstage pro Jahr
Kostenlos und ohne Gegenleistung, wenn du an fünf Tagen pro Woche arbeitest. Bei weniger Arbeitstagen pro Woche reduziert sich der Anspruch anteilig, und wenn im Kalenderjahr nicht mindestens vier Monate lang Anspruch auf Entgelt bestand, bleibt nur ein Tag. Du meldest den Tag spätestens vier Wochen vorher in Textform an, dein Arbeitgeber entscheidet spätestens zwei Wochen vorher. Nicht genommene Tage verfallen zum Jahresende. Nur wenn dringende betriebliche Gründe der Grund waren, hast du bis zum 30. September des Folgejahres Zeit.
Bis zu 2 Umwandlungstage
Zusätzliche freie Tage, für die deine SuE-Zulage gekürzt wird. Die Erklärung dazu musst du bis zum 31. Oktober für das jeweils folgende Kalenderjahr abgeben, und zwar jedes Jahr neu. Wer neu anfängt, kann sich nach drei Monaten auch für das laufende Jahr entscheiden.
Was ein Umwandlungstag wirklich kostet
Gekürzt wird nicht ein pauschaler Anteil der Zulage, sondern dein Stundenentgelt multipliziert mit den dienstplanmäßigen Stunden des freien Tages. In dieses Stundenentgelt fließen nach § 24 Abs. 3 TVöD nicht nur dein Tabellenentgelt ein, sondern auch alle in Monatsbeträgen festgelegten Entgeltbestandteile, also auch die SuE-Zulage selbst. Geteilt wird durch das 4,348-fache deiner Wochenstunden.
Beispiel S 8a Stufe 3 in Vollzeit: 3.976,82 € Tabellenentgelt plus 130 € SuE-Zulage ergeben 4.106,82 €. Geteilt durch 169,57 sind das 24,22 € pro Stunde. Bei 7,8 Stunden am Tag kostet ein Umwandlungstag rund 189 €. Das ist mehr als eine volle Monatszulage: im ersten Monat werden die vollen 130 € einbehalten, im zweiten noch einmal rund 59 €.
Zwei Umwandlungstage kosten dich also rund 378 € und damit knapp ein Viertel deiner Jahreszulage. Bekommst du weitere monatliche Zulagen, steigt der Betrag entsprechend. Ob dir zwei freie Tage das wert sind, entscheidest du. Wichtig ist nur, dass du die Zahl kennst, bevor du im Oktober unterschreibst.
Eine ausführliche Übersicht zu Anspruch und Fristen findest du bei ver.di.
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Zeitzuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertag
Zeitzuschläge nach § 8 TVöD gibt es für Dienste zu ungünstigen Zeiten. In der klassischen Kita spielen vor allem Feiertagsdienste, Ferienbetreuung und Wochenendveranstaltungen eine Rolle. Berechnet werden die Zuschläge nicht aus deinem eigenen Entgelt, sondern aus dem Stundenanteil der Stufe 3 deiner Entgeltgruppe.
| Anlass | Zuschlag je Stunde | In S 8a entspricht das |
|---|---|---|
| Nachtarbeit (21 bis 6 Uhr) | 20 % | 4,69 € |
| Sonntagsarbeit | 25 % | 5,86 € |
| Feiertag ohne Freizeitausgleich | 135 % | 31,66 € |
| Feiertag mit Freizeitausgleich | 35 % | 8,21 € |
| 24.12. und 31.12. ab 6 Uhr | 35 % | 8,21 € |
| Samstag zwischen 13 und 21 Uhr | 20 % | 4,69 € |
| Überstunden (S 2 bis S 13) | 30 % | 7,04 € |
Beispielwerte berechnet auf Basis der Stufe 3 der Entgeltgruppe S 8a (3.976,82 € ab 1. Mai 2026) bei 39 Wochenstunden. Treffen Sonntags-, Feiertags-, Vorfesttags- und Samstagszuschlag zusammen, wird nur der höchste davon gezahlt. Der Nachtzuschlag kommt dagegen zusätzlich dazu.
Steuerlich sind diese Zuschläge attraktiv: § 3b EStG stellt Nachtzuschläge bis 25 Prozent, Sonntagszuschläge bis 50 Prozent und Feiertagszuschläge bis 125 Prozent des Grundlohns steuerfrei. Die tariflichen Sätze für Nacht und Sonntag liegen darunter und bleiben deshalb in aller Regel steuerfrei. Nur der Feiertagszuschlag ohne Freizeitausgleich liegt mit 135 Prozent leicht über der Grenze. Für die Sozialversicherung gilt eine eigene, niedrigere Schwelle: dort bleiben die Zuschläge nur beitragsfrei, solange der zugrunde liegende Stundenlohn 25 € nicht übersteigt. Steuerfrei heißt also nicht automatisch auch abgabenfrei.
Was du sonst noch aus deinem Brutto herausholen kannst, sammeln wir in der Steuervorteile-Checkliste für Erzieher:innen.
Schicht- und Wechselschichtzulage
Diese beiden Zulagen wurden zum 1. Juli 2025 deutlich angehoben und liegen seitdem bei 200 € im Monat für ständige Wechselschichtarbeit und 100 € im Monat für ständige Schichtarbeit. Wer nicht ständig, sondern nur zeitweise so arbeitet, bekommt 1,18 € beziehungsweise 0,59 € pro Stunde. Auch diese Beträge sind fest und wurden von der Tariferhöhung im Mai 2026 nicht erfasst.
Für die Kita ist nur eine der beiden Varianten realistisch. Wechselschichtarbeit setzt regelmäßige Nachtschichten rund um die Uhr voraus, das kommt in Kindertagesstätten praktisch nicht vor. Schichtarbeit dagegen schon: Sie liegt vor, wenn dein Arbeitsbeginn sich nach einem Schichtplan in Zeitabschnitten von längstens einem Monat regelmäßig um mindestens zwei Stunden verschiebt und die Arbeit innerhalb einer Zeitspanne von mindestens 13 Stunden geleistet wird.
Konkret heißt das: Wenn deine Einrichtung von 6:30 bis 19:30 Uhr geöffnet hat und du nach Dienstplan im Wechsel Früh- und Spätdienst übernimmst, kann ein Anspruch bestehen. Eine lange Öffnungszeit allein reicht dafür nicht, entscheidend ist der geplante Wechsel deines Arbeitsbeginns. Prüfe deinen Dienstplan auf beide Kriterien und frage im Zweifel bei der Personalabteilung oder dem Personalrat nach.
Bei ständiger Schichtarbeit kommt außerdem Zusatzurlaub dazu: ein Arbeitstag je vier zusammenhängende Monate, bei ständiger Wechselschichtarbeit ein Tag je zwei Monate. Für nicht ständige Schichtarbeit gibt es bei kommunalen Arbeitgebern keinen tariflichen Automatismus, das muss über eine Betriebs- oder Dienstvereinbarung geregelt sein.
Praxisanleitung und Vertretung
Die Praxisanleiter-Zulage von 70 € im Monat ist der am häufigsten übersehene Posten. Sie steht dir zu, wenn dir die Praxisanleitung in der Ausbildung von Erzieher:innen, Kinderpfleger:innen, Sozialassistent:innen oder Heilerziehungspfleger:innen vom Arbeitgeber übertragen wurde und diese Tätigkeit mindestens 15 Prozent deiner Gesamttätigkeit ausmacht.
Beide Voraussetzungen müssen zusammenkommen. Wer eine Praktikantin nur nebenher mitlaufen lässt, erfüllt sie nicht. Wer dagegen regelmäßig Anleitungsgespräche führt, Berichte prüft und mit der Fachschule im Austausch steht, sollte die Übertragung einfordern und sich schriftlich bestätigen lassen. Wichtig: Diese Zulage gibt es nur bei kommunalen Arbeitgebern nach TVöD, nicht im Landesdienst nach TV-L.
Für die vorübergehende Vertretung, etwa wenn du die Leitung während einer Krankheit oder Elternzeit übernimmst, greift § 14 TVöD. Hier hält sich ein hartnäckiger Irrtum: Die früher kursierenden Sätze von 4,5 oder 5,75 Prozent gelten nicht mehr. Die persönliche Zulage entspricht heute dem Unterschiedsbetrag zu dem Entgelt, das du bei einer dauerhaften Höhergruppierung bekommen würdest. Voraussetzung ist, dass du die höherwertige Tätigkeit mindestens einen Monat ausübst, dann wird rückwirkend ab dem ersten Tag gezahlt.
Anders liegt der Fall bei der ständigen stellvertretenden Leitung. Dafür gibt es keine Zulage, sondern eine eigene Eingruppierung. Was das für deine Entgeltgruppe bedeutet, liest du im Eingruppierungs-Ratgeber.
Was es in der Kita nicht gibt
Zwei Zulagen tauchen in Foren und Ratgebern regelmäßig auf, landen in einer Kindertagesstätte aber fast nie auf der Abrechnung. Damit du dir die Nachfrage sparen kannst:
Wohnzulage, früher Heimzulage
Seit Juli 2022 sind es 100 € im Monat, wenn überwiegend Menschen mit durchgängigem Unterstützungs- oder Betreuungsbedarf betreut werden, sonst 50 €. In einigen Fallgruppen, etwa im handwerklichen Erziehungsdienst, sind es 65 €. Voraussetzung ist die Tätigkeit in einer besonderen Wohnform, also in stationären Einrichtungen, Wohngruppen, Kinder- und Jugendwohnheimen oder in der Heimerziehung nach § 34 SGB VIII. In einer Kindertagesstätte besteht deshalb normalerweise kein Anspruch. Falls du noch irgendwo 61,36 € liest: das ist der überholte Stand vor der SuE-Tarifeinigung 2022.
Erschwerniszuschlag nach § 19 TVöD
Er gilt ausdrücklich nicht für Erschwernisse, die zum Berufs- oder Tätigkeitsbild gehören. Lärm, Infektionsrisiko und körperliche Belastung sind Teil der Tätigkeit als pädagogische Fachkraft und lösen deshalb in aller Regel keinen Zuschlag aus. Zusätzlich müssten die zuschlagspflichtigen Arbeiten landesbezirklich vereinbart sein. In einer normalen Kita besteht damit praktisch kein Anspruch.
Fazit: drei Punkte, die du diese Woche prüfen kannst
Die meisten Zulagen im TVöD SuE laufen automatisch. Genau deshalb fällt es kaum jemandem auf, wenn eine fehlt. Drei Dinge lohnen einen Blick auf die nächste Abrechnung.
Wie viel von deinem Brutto samt Zulagen am Ende netto übrig bleibt, kannst du mit unserem TVöD SuE Rechner nachrechnen. Und was sich zum 1. Mai 2026 sonst noch geändert hat, steht im Ratgeber zur Tariferhöhung 2026.
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